1814
Die Franzosenkriege sind zu Ende. Zwischen 1810 und 1816 gehörten das Innviertel und der Teil des Hausruckviertels westlich von Attersee und Ager zu Bayern. Regau war damals österreichischer Grenzort. Noch lange nach Kriegsende machten marodierende Soldaten der napoleonischen Heere die Gegend unsicher. Zum Schutz von Gut und Leben der Mitbürger bildete sich in Regau eine Bürgerwehr.

1827
Kooperator Jakob Fleischanderl gibt die Anregung, diese aus der Not der Zeit entstandene Bürgerwehr nun in eine Bürgergarde überzuführen, die nun friedlichen Zwecken dient. Der Fürtbergerbauer in Schacha, namens Reiter, war ihr erster Hauptmann.

1827 ist also das Gründungsjahr der Bürgergarde.

1890
Aus diesem Jahr wird ein Ereignis berichtet, das zeigt, dass die Bürgergarde Regau auch an höchster Stelle Ansehen genossen hat. In diesem Jahr fanden die großen Kaisermanöver im Hausruckviertel statt und Kaiser Franz Josef übernachtete im Schloss Wagrain. Vor diesem, das damals in der Gemeinde Regau lag, stellte die Bürgergarde eine Ehrenwache und an der Kaiserlichen Tafel nahmen die Bürgermeister von Regau und der Hauptmann der Bürgergarde teil.

1908
Aus Anlass des 60-jährigen Regierungsjubiläums wurde dem betagten Kaiser bei seiner Durchfahrt am Bahnhof Attnang-Puchheim eine besondere Huldigung dargebracht. Die Chronik berichtet, dass das Korps unter dem Kommando des damals noch jungen Hauptmannes Isidor Braun und die Musikkapelle unter Kapellmeister Alois Holzinger nach Attnang marschierten und am rechten Flügel der erschienen Vereine Aufstellung nahmen. Als der Hofzug einfuhr, intonierte die Musikkapelle die Volkshymne und die Garde leistete die Ehrenbezeugung. Der Hofzug fuhr im Schritttempo an der Garde vorbei und der Kaiser salutierte aus dem Fenster.

1910
Wieder ein Fest, bei dem das Korps vor dem Kaiser auftrat, war die Kaiser-Jagdstandbild-Enthüllung in Bad Ischl. Die Garde nahm mit 86 Mann und 23 Mann Musik daran teil. Nach Feldmesse und Spalierbildung defilierte die Garde vor dem Kaiser.

1920
Der erste Weltkrieg hat nicht nur große Umwälzungen gebracht, sondern auch in der Reihen der Garde fühlbare Lücken gerissen. Nach seinem Ende finden sich wieder Kameraden unter ihrem Hauptmann Isidor Braun zusammen.

1927
Das Fest des hundertjährigen Bestehens wurde im Juni 1927 gefeiert (siehe oberstes Foto). Neben vielen Abordnungen und Festgästen nahmen zehn uniformierte Bürgergarden und mehrere Musikkapellen teil. Es soll ein großartiges Fest gewesen sein.

1938
Die Bürgergarde Regau muss ihre Tätigkeit einstellen, ihre Uniform darf nicht mehr in der Öffentlichkeit gezeigt werden. Trotzdem stehen die Gardisten weiterhin in Kameradschaft zusammen.

1946
Neuerrichtung der Garde unter Hauptmann Isidor Braun und Oberleutnant Franz Baumgartner. Regau ist damit eine der wenigen Gemeinden Oberösterreichs, in der die Bürgergarde wieder aktiviert wurde.

1857
Major Isidor Braun ist am 14. Dezember gestorben. Er war 55 Jahre lang Kommandant der Garde, durch seinen unermüdlichen Einsatz hat er zum Fortbestand der Bürgergarde maßgeblich beigetragen.

1958
Bei der Neuwahl der Vereinsleitung und des Kommandos werden Ignaz Stögmüller
Obmann und Franz Treidl Hauptmann. Die Musikkapelle Regau unter Kapellmeister Fritz Mooshammer wird wieder Korpskapelle. Bei der 600 Jahr-Feier der Stadt Vöcklabruck im Juni 1958 tritt das Bürgerkorps Regau an hervorragender Stelle auf. Bei dem großen Festakt vor dem Stadtturm leistete es dem Bundespräsidenten Dr. Schärf und dem Landeshauptmann Dr. Gleißner die militärische Ehrenbezeugung. Die Garde wurde von der Bevölkerung lebhaft und freundlich begrüßt.

1962
Im August 1962 wurde das 135-jährige Bestandsjubiläum gefeiert. Neun uniformierte Bürgergarden nahmen neben vielen Festgästen an dm Fest, welches unter dem Ehrenschutz von Landeshauptmann Dr. Gleißner stand, teil. Das Fest fand bei schönem Wetter statt, es war für alle Beteiligten ein großartiges Erlebnis.

1963
Am Sonntag, dem 19. Mai wurde Obmann, Oberst Ignaz Stögmüller, welcher bei einem Autounfall tödlich verunglückte, unter großer Anteilnahme der Bevölkerung zu Grabe getragen. Er war auch Präsident des Dachverbandes der Bürgerarde Oberösterreichs.
In großzügiger Weise hat die Gemeinde Regau der Bürgergarde das alte Feuerwehrzeughaus zur Verfügung gestellt. Seither befindet sich in diesem Haus das Gardeheim, welches durch Spenden von Firmen und freiwilliger Arbeitsstunden von Gardisten renoviert und ausgestaltet wurde.

1965
Obmann, Bürgermeister Josef Kriechbaum, ist am 28. März plötzlich verstorben.
Dr. Hans Charbula, Direktor der Lenzinger Zellulose u. Papierfabrik AG, wurde zum Obmann des Bürgerkorps gewählt.

1973
Major Franz Treidl legt aus gesundheitlichen Gründen seine Stelle als Kommandant der Bürgergarde zurück.
Er hat 15 Jahre sehr erfolgreich das Kommando geführt und sich dabei große Verdienste erworben. Zum neuen Kommandant wurde Oberleutnant Sepp Baumgartner gewählt.

1974
Ein einmaliges kulturelles Ereignis in Regau war der „Große Zapfenstreich“ am 25. August,
veranstaltet von der Bürgergarde Regau, gemeinsam mit der Korpskapelle und der Marktmusikkapelle Attnang.

1975
Beim Treffen europäischer Soldaten am 7. September in St. Thomas am Blasenstein im Mühlviertel stellte das Bürgerkorps Regau die Ehrenkompanie. Vor ehemaligen Soldaten aus mehreren Staaten, konnte das Korps durch sehr gute Leistung altösterreichische Tradition beweisen.

1976
Nachdem der Obmann des Bürgerkorps, Leutnant Dr. Hans Charbula, verstorben und unter Ehren zu Grabe getragen wurde, nahm Kommandant Josef Baumgartner auch die Wahl zum Obmann der Bürgergarde an. Seit dieser Zeit war Josef Baumgartner Obmann und Kommandant des Bürgerkorps Regau bis zum Jahre 2009. In dieser Zeit wurden viele großartige Feste gefeiert und er prägte wie kaum ein Vorgänger die Geschicke des Bürgerkorps und schaffte, dass der Namen der Bürgergarde und dessen Ruf bis über die Landesgrenzen hinaus bekannt wurden.

1977
Die Bürgergarde feierte ihr 150-jähriges Bestandsjubiläum unter Obmann und Kommandant Josef Baumgartner.

1985
Anlässlich der Feuerwehrolympiade am Weinberg wurde Bundespräsident Dr. Kirchschläger ein herzlicher Empfang bereitet.

1989
Am 1. April 1989 hielt die Bürgergarde die Ehrenwache beim Begräbnis von Kaiserin Zita in Wien.

1991
Mitwirkung bei der großen Angelobungsfeier von 700 Grundwehrdienern in Regau.

1997
Großes Gardejubiläumsfest: 170 Jahre Bürgergarde Regau.

1998
Wiedererrichtung des Löwen von Lissa – auf der Insel Vis in Kroatien. Es war die bisher am weitesten entfernte Ausrückung.

2001
Teilnahme am großen Fest „1.200 Jahre der urkundlichen Erwähnung von Regau“.

2005
Nach 29 Jahren Obmannschaft Josef Baumgartners übernimmt der Regauer Bürgermeiser a. D., Friedrich Feichtinger, dieses Amt.

2007
Großes Gardejubiläumsfest: 180 Jahre Bürgergarde Regau.

2009
Nachdem ObstLt. Josef Baumgartner die Kommandantenfunktion beachtliche 36 Jahre lang inne hatte, wird Hptm. Hubert Niederfriniger zum neuen Kommandanten gewählt. Im gleichen Jahr wird der neue Kreuzweg auf der Mariannenhöhe feierlich eingeweiht. Die Bürgergarde wirkt dabei tatkräftig mit.

2014
Das Bürgerkorps Regau nimmt mit Korpskapelle am großen Festzug anlässlich der Eröffnung des Münchner Oktoberfestes teil.

2016
Nach 11 Jahren in seiner Funktion als Obmann übergibt StFw. Friedrich Feichtinger sein Amt in jüngere Hände: Lt. Mario Niederfriniger wird zum neuen Obmann gewählt.

2017
Die Bürgergarde veranstaltet anlässlich ihres 190-jährigen Jubiläums das Landesgardefest in Regau. Die Bürgerkorpskapelle feiert ihr 200-jähriges Jubiläum mit dem Bezirksmusikfest.

 


 

Die Kommandanten von 1827 bis heute        

   1827 – unbk. Hptm. Reither „Fürtbergerbauer“
in Schacha
   unbk. – 1892 Hptm. Josef Kaiser
aus Vöcklabruck
   1892 – 1904 Hptm. Johann Puchegger
Säge- und Mühlenbesitzer in Schalcham
braun min  1904 – 1957

Mjr. Isidor Braun
Gutsbesitzer in Attnang Puchheim

baumgartner franz min  1957 – 1958 Hptm. Franz Baumgartner
Wagenmeister in Preising
treidl min  1958 – 1973 Mjr. Franz Treidl
Finanzbeamter aus Attnang Puchheim
baumgartner josef min  1973 – 2009 Obstlt. Josef Baumgartner
Steinmetzmeister aus Preising
niederfriniger hubert m  2009 heute Mjr. Hubert Niederfriniger
Angestellter aus Preising

 


 

Die Bürgergarde heute

Vereinsziele:sind friedlicher Natur: Pflege der Kameradschaft, Erhaltung überlieferter Tradition und Verschönerung von weltlichen und kirchlichen Festen, kulturelle Aktivitäten innerhalb und über die Gemeindegrenzen.
Der Verein ist überparteilich, er verfolgt gemeinnützige Ziele und ist nicht auf die Erzielung von Gewinn ausgerichtet.

Motto:gemeinsam etwas erreichen, ohne Rücksicht auf Parteizugehörigkeit oder Religion

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