kalender minEine vorläufige Terminübersicht für angebrochene Jahr 2020 steht ab sofort wieder unter Termine zur Verfügung. Da die Termine laufend aktualisiert werden, lohnt sich regelmäßige Einsicht.

Die Termine können übrigens auch als ics-Datei heruntergeladen werden.

303 Bürgergarde Regau bei der Defilierung

Auf Betreiben des Obmanns des Landesverbandes der oberösterreichischen Prangerschützen, Kons. Franz Huber, wurde das oberösterreichische Festschützenwesen Ende 2019 in die Liste des immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen. Als Mitglied des Landesverbandes der Bürgergarden, Schützenkompanien und Traditionsverbände Oberösterreichs darf sich nunmehr auch die Bürgergarde Regau offiziell als Teil des immateriellen Kulturerbes Österreichs bezeichnen.

Der Erlangung des Titels gingen intensive Vorarbeiten voraus, vor allem durch den Antragsteller Kons. Franz Huber, der mühevoll historische Belege für das Festschützenwesen zusammentrug. Die Bürgergarde Regau trug einen maßgeblichen Teil durch die Zurverfügungstellung ihrer Vereinschronik bei, die bis auf das Jahr 1882 zurückdatiert. Die Zuerkennung des Titels erfolgte schließlich durch die UNESCO-Kommission auf Grundlage zweier Gutachten anerkannter Ethnologen.

Die Bräuche der Festschützen von Oberösterreich sind vielfältig und zeichnen sich durch unterschiedliche Brauch- und Traditionselemente aus. Kennzeichnend ist dabei die große Bandbreite in der Ausübung der Bräuche von Prangerschützen, Stahel- bzw. Armbrustschützen, Bürgergarden und Schützenkompanien bei kirchlichen und weltlichen Traditionsfesten. Auch ist die lange Geschichte der einzelnen Festschützen, die zum Teil bis in das späte Mittelalter zurückreichen, bedeutend. Damals sind diese Bräuche aus den Gilden der waffenfähigen Stadtbürger hervorgegangen, welche sich dem Schießsport widmeten. Zu späterer Zeit etablierten sich auch in ländlichen Ortschaften Schützengemeinschaften.

„Die Bräuche und Traditionen der Schützen sind eine der wenigen kultur- und sozialgeschichtlichen Erscheinungen, die sich über viele Jahrhunderte hinweg kontinuierlich entwickelt und bis heute gehalten haben,“ so Mag. Dr. Thekla Weissengruber vom oberösterreichischen Landesmuseum, eine der beiden Gutachter. „Sie sind wichtiger und lebendiger, aber historisch gewachsener Teil der regionalen und lokalen Identität.“

Die Bürgergarden, Schützenkompanien und Traditionsregimenter listen landesweit 1.500 Mitglieder, die Prangerschützen 1.200 und die Stahelschützen 500 Mitglieder. In Oberösterreich existieren 16 Bürgergarden. Davon stellt Regau mit momentan 89 aktiven Vereinsmitgliedern sogar die zahlenmäßig stärkste.

Siehe auch https://www.unesco.at/kultur/immaterielles-kulturerbe/oesterreichisches-verzeichnis/detail/article/festschuetzenwesen-in-oberoesterreich.

Nachdem das Vereinsleben seit längerer Zeit corona-bedingt lahm gelegt war, organisierte die Bürgergarde am 24. Juli einen Grillabend für die Vereinsmitglieder und deren PartnerInnen. Unter dem Blätterdach der Weinreben im Weingarten zu Hub ließ es sich am Abend noch gut aushalten. Da schmeckten die Grillhendl natürlich umso besser. "Gutsherr" Fritz Feichtinger und Kommandant Hubert Niederfriniger, ebenfalls Winzer, führten die Besucher anschließend durch den Weingarten und erklärten ihnen alles rund um Rebe und Traube. Leider endete der gemütlich Abend im Freien durch ein heraufziehendes Gewitter ziemlich abrupt.

Ende August und Anfang September 2020 sanierte die Pfarre Regau die Friedhofsmauer mithilfe freiwilliger Helfer. Auch einige Kameraden der Bürgergarde beteiligten sich an den Arbeiten. Eine Holzkonstruktion für die Abdeckung war anzufertigen und musste selbstverständlich auch auf der Mauer montiert werden. Damit der Spengler im Anschluss die Abdeckung aus Blech anbringen konnte, mussten außerdem viele Meter Dachpappe verlegt werden.

Allen Widrigkeiten durch das Corona-Virus zum Trotz hielt der Landesverband der Bürgergarden, Schützenkompanien und Traditionsverbände Oberösterreichs nach mehrmaliger Verschiebung am 28.11.2020 in Freistadt endlich ihre dringende und längst überfällige Generalversammlung ab. Es handelte sich um eine hybride Veranstaltung: Ein Teil der Delegierten war unter strengsten Hygienevorkehrungen physisch präsent, während einige andere per Videokonferenz zugeschaltet waren. Als Ehrengäste waren Nationalratsabgeordnete Mag. Johanna Jachs, Landtagspräsident Dr. Wolfgang Stanek (beide virtuell), Landtagsabgeordneter Michael Gruber und Obmann der Prangerschützen OÖ Franz Huber anwesend. Auf der Tagesordnung standen neben einer umfassenden Statutenänderung vor allem die Neuwahl des Verbandsvorstandes. In der geheimen Wahl wurde der Kommandant der Bürgergarde Regau, Mjr. Hubert Niederfriniger, zum neuen Obmann und Landeskommandanten gewählt. Er folgt auf Mjr. Hubert Reitbauer nach, welcher künftig die Funktion des Obmann-Stellvertreters übernehmen wird. Weitere Vorstandsmitglieder: Schriftführerin Mag. Toril Fosen, deren Stellvertreter Mjr. Christian Engertsberger, Kassier ObstLt. Werner Bittermann und Kassier-Stellvertreter Lt. Dr. Mario Niederfriniger.

Im Bild v.l.n.r.: Mario Niederfriniger, Hubert Reitbauer, LAbg Michael Gruber, Christian Engertsberger, Hubert Niederfriniger, Toril Fosen, Werner Bittermann.

Am 2. Dezember 2020 verstarb Reservemitglied Zgf. Josef Haslinger im 80. Lebensjahr unerwartet nach kurzer Krankheit. Das Begräbnis fand am 7. Dezember in Regau statt – bedingt durch die Corona-Maßnahmen jedoch im kleinen Kreise. So stellte auch die Bürgergarde Regau nur sieben Mann als Sarg-, Fahnen- und Kranzträger. Haslinger trat 1965 der Bürgergarde bei, fungierte zwischenzeitig sogar als Kassier-Stellvertreter und wechselte 2011 nach 46 verdienstvollen Jahren im aktiven Vereinsleben in den Reservestand. Für seine Verdienste wurde er unter anderem mit der Verdienstmedaille in Silber und dem Verdienstkreuz in Bronze ausgezeichnet.

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